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Um 4,9 Prozent brach die reale Wirtschaftsleistung 2020 in Deutschland ein. Grund für diesen massiven Rückgang war die weltweite Verbreitung des Coronavirus sowie die dagegen ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen. Aufgrund der Pandemie entwickelte sich die vorausgegangene konjunkturelle Abschwächung zu einer schweren Rezession. Insbesondere die pandemiebedingten Schutzmaßnahmen der Monate März und April waren für diese heftigen ökonomischen Auswirkungen verantwortlich. Sie führten bundesweit zu einem weitgehenden Stillstand des Wirtschaftslebens. Der Einbruch konnte auch durch die massiven wirtschaftspolitischen Stabilisierungsmaßnahmen nicht verhindert werden.

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Die realen privaten Konsumausgaben sanken 2020 in Deutschland um insgesamt 6,1 Prozent. Dies ist der stärkste Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik. Dämpfend auf den Privatkonsum wirkten die Infektionsschutzmaßnahmen. Sie schränkten die Konsummöglichkeiten etwa in der Gastronomie und im Tourismus zeitweise enorm ein. Viele Verbraucher mussten überdies Einkommensverluste hinnehmen: Sie waren von Kurzarbeit betroffen oder wurden sogar arbeitslos. Ferner verdunkelten sich die Konjunkturund Einkommenserwartungen. Auch dies belastete das Konsumklima signifikant.

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139,6 Milliarden Euro betrug 2020 das Finanzierungsdefizit des deutschen Staates. Verantwortlich hierfür waren einerseits die rückläufigen Einnahmen. Zudem legten auch die staatlichen Ausgaben kräftig zu. Dafür sorgten vor allem die CoronaHilfen des Bundes wie Kurzarbeitergeld für Privathaushalte und Finanzstützen für Unternehmen. Der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt stieg auf rund 70 Prozent. 2019 war er noch knapp unter die Maastricht-Obergrenze von 60 Prozent gesunken.

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Innerhalb eines Monats verlor der DAX 38,8 Prozent seines Wertes im ersten Quartal 2020. Die Ausbreitung des Coronavirus in Europa und die unwägbaren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie führten zu einem dramatischen Kursverfall an den weltweiten Aktienmärkten. Allerdings erholten sich die Aktienpreisnotierungen vergleichsweise schnell von diesem Kurseinbruch. Im Dezember erreichte der deutsche Leitindex sogar ein neues Allzeithoch. Im Jahresverlauf legte der DAX um 3,5 Prozent zu.

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Um insgesamt 9,2 Prozent legte der Euro im Verlauf des vergangenen Jahres gegenüber dem US-Dollar zu. Zu Beginn des Jahres wertete er dabei zunächst noch ab. Aufgrund der – durch die Corona-Pandemie bedingten – hohen Verunsicherung profitierte der US-Dollar zunächst von seiner Funktion als sicherer Hafen. Seit dem Abklingen der Infektionszahlen im zweiten Quartal 2020 gewann der Euro im weiteren Jahresverlauf deutlich an Außenwert.

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Die Umlaufsrendite deutscher Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren betrug zum Jahresende –0,58 Prozent. Einhergehend mit der Ausweitung der unkonventionellen Geldpolitik der EZB gaben im vergangenen Jahr insbesondere die Umlaufsrenditen langläufiger Papiere nach. Eine Straffung der Geldpolitik im Euroraum bleibt auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.